Rainer Maria Gerhardt     (1927-1954)
» Last Poet Of A Civilization «
 
Rainer Maria Gerhardt ... und Familie ...
Der ebenso begabte wie gefährdete junge Mann hat sich für die Idee, die Dichtung, und zwar die anspruchsvollste und schwierigste Dichtung der Moderne aller Länder, ins Zentrum des geistigen Lebens zu rücken, buchstäblich aufgeopfert. (...) In dem verzweifelten Wunsch nach Unabhängigkeit hat er alles, was er verlegte, selbst »finanziert« was in seinem Falle hieß, daß er sich ein Leben in bitterstem Elend abforderte. Er besaß nicht einmal die Andeutung einer Wohnung, sondern lebte während neun von zwölf Monaten des Jahres in seinem Zelt an den Landstraßen im Dreieck Paris - Zürich - Hamburg, ein alles andere als romantischer Nomade des Geistes. (...) Nun ist dieses Leben jäh erloschen - ausgelöscht vom eisigen Wind des wirklichen Hungers, der Schulden, der inneren Schwierigkeiten und von der Kälte des Wartens auf ein Echo, das er, ein sehr Ungeduldiger, nicht vernahm. Sein Werk ist weniger als ein Torso, aber mehr als ein »Verlag«. Er hat ein paar Zeichen signalisiert, die wichtiger sind als das meiste, was heute in Deutschland gedruckt wird.
(Alfred Andersch)
 
Als Ergänzung zur Werkausgabe erscheint hier eine Dokumentation,
die an den zu früh verstorbenenen Dichter und Verleger erinnern soll.

| Sekundärliteratur: |   Franz Josef Knape: ... zugeritten in manchen sprachen ... Über Werk und Wirkung des Dichters und Vermittlers Rainer Maria Gerhardt, Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 1995, 230 Seiten
 
| Primärliteratur: |   Charles Haldeman: Der Sonnenwächter. Roman aus dem Amerikanischen von Egbert Hörmann und Uta Goridis. Mit einen Nachwort von Martin Meyer, Walde + Graf bei Metrolit, Berlin 2015, 334 Seiten
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